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24.01.2012: Anna, Renzo und all die Anderen. Italiani a Berlino, oggi



Eröffnung | Inaugurazione:
Dienstag, 07.02.2012, ore 19 Uhr

Einführung | Introduzione:
Benedetta Grossrubatscher


Sieben Blickwinkel

Sieben italienische FotografenInnen, die selbst in Berlin leben und arbeiten, sehen hier mit individuellem Blick durchs Objektiv auf die eigenen, ebenfalls in Berlin lebenden Landsleute. Ihre Motivation liegt jedoch nicht im oberflächlichen Illustrieren eines wie auch immer interpretierbaren Italien-Bildes, sie greifen nach tieferen Wurzeln.Es geht um die Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und Integration, zum Teil widergespiegelt in den porträtierten Personen, mit denen sie mitunter sicher ganz ähnliche Erfahrungen teilen. Und sie werfen allgemeiner Fragen auf: Wie prägt speziell die Stadt Berlin das italienische Leben, wie viel deutsche Kultur hat sich in dieser italienischen Gesellschaft etabliert, wie viel “Italienisch-Sein” ist in ihr präsent und sichtbar?
So spürt Piero Chiussi in seinen schnappschussartigen Bildern der italienischen Vereinskultur nach. Wie organisieren sich Italiener in der großen Stadt, wie leben sie ihre Gemeinschaft – im Glauben, im Sport, in der Politik? Benedetta Großrubatscher lenkt ihren Blick auf “famiglie miste”, sprachlich gemischte Familien (die Muttersprache eines Elternteils ist Italienisch), und hält deren Leben im häuslichen Ambiente in der Gegenüberstellung von Porträts und aufmerksam beobachteten Details fest. Luca Vecoli setzt in seinen sorgfältig inszenierten und komponierten Farbporträts Künstler in Szene. Emanuele Lami begleitet sehr gegensätzliche Charaktere über einen längeren Zeitraum und dokumentiert in seinen ausführlichen Reportagen deren Leben und Treiben in der Großstadt. Paolo Rissers Ausgangspunkt ist ein ähnlicher, doch konzentriert er sich in seinen aus wenigen Bildern bestehenden Sequenzen eher auf die Personen selbst und lässt das weitere Lebensumfeld nur andeutungsweise einfließen. Christian del Monte macht Träume sichtbar: Die Akteure seiner Porträts verdienen im Restaurant ihre Brötchen, träumen aber ein anderes Leben – als Rockmusiker, als Fotomodell – und werden als diese im entsprechenden fotografischen Stil abgelichtet. Gino Puddu schließlich, der Initiator dieses Fotoprojektes, greift am weitesten zurück in die Vergangenheit. Vor seiner Fotolinse stehen jene Italiener, die bereits in den 1960er Jahren nach Deutschland kamen, zu einer Zeit, als Italienern in erster Linie die Rolle des “Gastarbeiters” zugewiesen wurde. Mit einer gewissen Gelassenheit schauen sie in die Kamera. Sie sind am längsten hier, haben sich etabliert, wissen, wie’s läuft.

In den Bildern setzen sich die FotografenInnen mit den verschiedensten Lebensentwürfen von Freunden, Bekannten oder auch ihnen bislang völlig Fremden auseinander. Die Perspektive wechselt: mal ist der Kamerablick sehr privat und fast intim vertraut, mal unaufgeregt und distanziert beobachtend.
In der Zusammenschau geben die facettenreichen Fotografien einen breit gefächerten Einblick in diese italienische Gesellschaft und wirken der allzu gängig gewordenen Meinung “Italiener arbeiten vor allem im Restaurant” entgegen. Denn die Bilder erzählen ebenso von dem jungen Bohemien, den Berlin als Experimentierfeld reizt, vom Übersetzer, für den die Sprache sein Kapital ist, vom Mechaniker aus der Autowerkstatt. Es ist eben nicht immer ein Job als Koch oder Kellner. Wir nehmen diese vermutlich nur deshalb am ehesten war, weil gerade in der Gastronomie das Italienische bewusst betont und vermarktet wird und dadurch auch im Stadtbild am prägnantesten auffällt. Doch die Italiener sind sehr viel mehr ins alltägliche, normale Leben in Berlin integriert, das zeigt dieses Fotoprojekt auf eindrückliche Weise.

(Aus dem Original von Karin Lelonek)


Sette punti di vista

Attore, musicista, architetto, giornalista, casalinga, studente. Per gli italiani che vivono a Berlino le opportunità di inserimento nel tessuto economico e sociale sono molteplici, sia a lungo che a breve termine. Sono molte al tempo stesso, le possibilità di ritrarre e rappresentare questa comunità di italo-berlinesi.
La fotografia è una di queste, facile da ricordare, leggibile e chiara.

Sette fotografi italiani (tra i quali una fotografa), hanno puntato il loro sguardo e interesse verso propri connazionali che, come loro, qui vivono e lavorano. Non ci vogliono proporre però le solite immagini, le loro motivazioni vanno più in profondità. Qui ci si confronta con temi quali identità e integrazione, scorgibili in parte nelle persone ritratte, con le quali sicuramente condividono le stesse esperienze. Sollevando questioni come: qual è l'influenza di una città come Berlino nel vivere italiano? Quanta cultura tedesca si è insinuata in questa comunità e quanta "italianità" è in essa ancora presente e palpabile?

Piero Chiussi, nelle sue "istantanee", ci propone la realtà dell'associazionismo. Come e quando si organizzano gli italiani nella metropoli? In che modo vivono questo stare insieme nelle comunità religiose o nei circoli sportivi o politici? Benedetta Großrubatscher volge l'interesse alle "famiglie miste", nelle quali uno dei due genitori è italiano e, attraverso ritratti accostati a dettagli attentamente osservati, ci presenta momenti quotidiani colti tra le pareti domestiche. La scena artistica ci viene presentata da Luca Vecoli con ritratti a colori sapientemente composti e inscenati. Caratteri, volti e tipi, i più diversi, ripresi nel loro vivere metropolitano sono il frutto dei reportage di ampio respiro di Emanuele Lami. Analoga è l'impostazione di Paolo Risser dove però, nelle sue brevi sequenze, é da rilevare la maggiore attenzione posta sulle persone, dedicando pochi accenni agli ambienti. Nelle fotografie di Christian Del Monte si realizzano sogni, quelli di chi per vivere deve lavorare in un ristorante, ma sogna di diventare rockstar o modella e come tale viene presentato. Con Gino Puddu, ideatore di questo progetto, scaviamo nel passato. Davanti al suo obiettivo si avvicendano italiani che sono in Germania già dagli anni '60, dal tempo in cui essi erano i "Gastarbeiter" per eccellenza. Essi guardano in macchina con una certa rilassatezza. Sono qui da molto tempo, hanno raggiunto una posizione, sanno come gira.

Tutti questi lavori, frutto di un variegato confronto con amici, conoscenti ma anche con persone del tutto sconosciute, rivelano i diversi sguardi: quello privato e a volte intimo, ma anche quello impassibile o distaccato. La visione d'insieme è una rassegna ampia e differenziata della presenza italiana, in contrasto con l'idea che "gli italiani lavorano quasi tutti nella ristorazione". Abbiamo quindi immagini che raccontano del giovane bohémien che scopre Berlino come luogo di sperimentazione, del traduttore che ha nella conoscenza linguistica il proprio capitale, del meccanico e della sua officina. Insomma non si tratta sempre e comunque di un lavoro da cuoco o cameriere. Probabilmente, quest'impressione si ricava dal fatto che proprio nella gastronomia viene accentuata e venduta una certa italianità, che è anche quella che il panorama urbano più frequentemente propone. In realtà, gli italiani a Berlino, sono molto più inseriti di quanto comunemente si crede e, questo progetto fotografico ce lo illustra in modo significativo.

(Karin Lelonek)



FOTOGRAFEN | FOTOGRAFI


Piero Chiussi

Projekt

Wenn man italienische Vereine in Berlin besucht, fällt auf, dass es vor allem um ein einfaches Zusammensein an einem kulturell vertrauten Ort geht, jenseits gemeinsamer Interessen oder Projekte, sei es sportlicher, kultureller oder politischer Art. Die Standorte der Vereine oder ihre Veranstaltungen bieten die Möglichkeit eines Zusammentreffens, wo die Kommunikation innerhalb dieses gemeinsamen kulturellen Raums stattfinden kann. Regeln müssen nicht ständig neu definiert werden und es besteht daher auch kein Risiko für Missverständnisse. Mit dem Projekt Piazza Berlino werden einige dieser Orte, Veranstaltungen und deren Protagonisten vorgestellt.

Bio

Piero Chiussi wird 1975 in Mailand, Italien, geboren. Nach dem Abschluss des Psychologiestudiums an der Universität von Padua, zieht er im Jahr 2000 nach Berlin, wo er seitdem als freier Fotograf arbeitet. Vom 2005 bis 2008 studiert er an der Ostkreuzschule für Fotografie, die er mit dem Buch 9:30 und einer Ausstellung abschloss. Das Buch 9:30 wird zum Photobook Festival in Kassel eingeladen. 2007 ist er Mitgründer der Café-Galerie Ori in Berlin. Seine Fotos werden in verschiedenen in- und ausländischen Magazinen und Zeitungen veröffentlicht, u.A. Die Zeit, die Süddeutsche Zeitung, Der Tagesanzeiger. Seit 2010 ist er freier Mitarbeiter bei Die Tageszeitung. Er hat an unterschiedlichen Ausstellungen im Inland und Ausland teilgenommen und wurde in einigen Bildbänden veröffentlicht, u.A. 2008 in dem Buch 24h Ein Tag im Leben mit der Agentur Ostkreuz. Seit 2009 ist er Mitglied des Fotografen Kollektivs neunplus.

Website Piero Chiussi
www.webchroma.de




Christian Del Monte

Projekt

I am not here

Für mich ist die Fotografie ein Instrument im Kampf gegen das Reale, verstanden als hegemonisches symbolisches System, das von der herrschenden Kultur aufgezwungen wird. Fotografie ist ein Fokussieren auf die "Ränder" und Risse dieses Systems. Sie ist auch ein selbstbesinnlicher Akt, durch den ich meinen "Blick auf die Welt in der Gleichzeitigkeit meines Daseins" hinterfrage.

In I am not here habe ich mich auf meine Landsleute konzentriert, die in italienischen Restaurants arbeiten, um weiterhin in Berlin leben zu können. Ich wollte nicht deren Arbeitsalltag durch Fotos erzählen, die nur einen Kreislauf pseudo-dokumentarischer Tautologien erzeugen; stattdessen habe ich es bevorzugt, ihre Wünsche und Albträume in Bilder umzusetzen, indem ich den dokumentarischen Stil mit Klischees aus der Massenwerbung "kontaminiert" habe.

Bio

1975 in Matera geboren. Studienabschluss in Kommunikationswissenschaften an der Universität Alma Mater in Bologna im Jahr 2000, ist als Schriftsteller und Fotograf tätig. Er lebt seit 2003 in Berlin - Prenzlauer Berg.

Website Christian Del Monte
http://www.christiandelmonte.de


Benedetta Grossrubatscher

Projekt

Davide, Matteo, Gioia, Lorenzo und Betta

Wie es vielen passierte, wollten auch meine Freundinnen nur einige Monate in Berlin verbringen, aber aus den Monaten sind Jahre geworden. Jetzt sind sie verheiratet, schicken ihre Kinder auf die Europäische Schule oder versuchen, ihnen zu Hause Italienisch beizubringen. Aber die Kinder neigen dazu, die Sprache ihres sozialen Umfelds zu sprechen, auch wenn sie irgendwann vielleicht merken, wie bei David und Matteo, dass es gar nicht so übel ist, über eine eigene "Geheimsprache" zu verfügen.

Und ihre Beziehung zu Italien? Ist es nur das Land der Ferien, wo die Großeltern leben? Gioia ist 13 und hat dieses Jahr mit einer originellen Erzählung den literarischen Preis der Europäischen Schulen Berlins gewonnen. Die bunten Berliner Bären fliehen, um ein bisschen Leben in eine italienische Stadt zu bringen, wo «die Farben verschwunden und die Menschen grau und traurig» sind. Ein Wunsch nach einer Vereinigung von zwei Welten? Die Metapher einer gegenseitigen Bereicherung? Oder die erleuchtete Einsicht einer Jugendlichen? Die offene Gesellschaft ist ein Work in progress.

Bio

1966 in Verona geboren. Während des Germanistikstudiums an der Universität Ca' Foscari in Venedig entwickelt sie ihre Leidenschaft zur Fotografie und nimmt Portraits und Landschaften in s/w auf. 1996 zieht sie nach Berlin, wo sie als Übersetzerin arbeitet und sich weiterhin intensiv mit der Fotografie beschäftigt. Seit 2006 besucht sie Workshops "Stadt- und Landschaftsfotografie" von Kai-Olaf Hesse, zuerst an der "Fotografie am Schiffbauerdamm", dann bei "BerlinPhotoWorkshops". Sie konzentriert sich hauptsächlich auf die urbane Landschaft. Im Mai 2010 nimmt sie an dem Workshop "The intimate Photograph" des amerikanischen Fotografen Doug DuBois teil und setzt sich mit der Portraitfotografie auseinander. Sie fotografiert ausschließlich analog, mit Farb- oder Schwarzweißfilm. 2009 macht sie ihre erste personale Ausstellung mit dem Titel: "Drachenblut - Hommage an Christoph Hein" in der Photogalerie "Café Aroma" in Berlin.


Emanuele Lami


"Das Projekt Einer unter Vielen | Uno fra tanti entstand für mich eher aus einem Bedürfnis, als aus einer Idee heraus. So fing meine Suche an und mit der Zeit fand ich extrem unterschiedliche Schicksale um mich herum, die mir unterschiedliche Antworten und Anregungen gaben: ich entdeckte die Lebhaftigkeit derer, die nie Kompromisse geschlossen hatten, die Stärke derer, die sich nie mit der Arbeit zurückgehalten haben, die Zerbrechlichkeit derjenigen, die sehnsüchtig auf der Suche nach sich selbst sind, die Melancholie von denen, die das eigene Herkunftsland nie bezweifelt haben, die Freude derer, die dabei sind, ihre Wurzeln in einem fremden Land, welches aber noch nicht ihr eigenes ist, zu schlagen, die Fröhlichkeit jener, die hingegen nirgendwo Wurzeln schlagen wollen.
Alle haben jedoch etwas gemeinsam: Die Liebe für eine Stadt, in der sie stolz sind zu leben, weil sie ihnen beibringt als freie Menschen zu denken."

Bio

1983 in Rom geboren, studiert er dort Internationale Wirtschaft an der Universität Tor Vergata. Im November 2006 zieht er nach Berlin. Vom April 2007 bis Oktober 2009 besucht er die "Neue Schule für Fotografie - Berlin". Er nimmt an verschiedenen Workshops teil, u. a. mit dem Magnum-Fotografen Thomas Hoepker, dem NYTimes-Fotografen Joao Silva und dem mehrmals preisgekrönten italienischen Fotoreporter Francesco Zizola (NOOR agency). Seine Leidenschaft gilt der dokumentarischen Fotografie. 2010 beginnt seine Karriere als Fotojournalist mit der Veröffentlichung von eigenen Arbeiten im "Corriere della Sera", in der "TAZ", im "Süddeutsche Zeitung Magazin" und durch die Zusammenarbeit mit der südafrikanischen Agentur "PictureNet- Africa". Er hat an verschiedenen Ausstellungen teilgenommen, sowohl in Berlin als auch in Italien.

Website Emanuele Lami
www.emanuelelami.com/


Gino Puddu

Projekt

Die Kraft einer Entscheidung

"Die fabelhaften, sagenhaften "60iger". Pop Art, Beatles und Woodstock, sexuelle Revolution, das Jahr 1968, Hippies, Mondlandung, das Wirtschaftswunder, aber auch die Berliner Mauer, der Kalte Krieg, Vietnam, Prager Frühling, die Ermordung Kennedys, Kuba Krise und noch vieles mehr. Was wir aber auch nicht vergessen dürfen, ist, dass in diesen Jahren, in Ländern wie Italien der Beginn einer großen Migrationsströmung im Inneren des Landes stattfand, aber auch nach Außen. In diesem Licht betrachtet, entsprechen diese Bewegungen sehr ihrer Zeit. Eine Zeit voller Aufregung und Veränderungen.
Die hier fotografierten Menschen gehören zu diesen "Mitgerissenen", gehören mit voller Kraft zu dieser Epoche. Sie leben hier, in Berlin, sie haben eine Entscheidung getroffen und das hat eine große Bedeutung. Ich wünsche mir, dass das nicht vergessen wird."


Paolo Risser

Projekt

Maxi, Tina, Davide, Marco und Luigi

Im Leben von Luigi, Maxi, Davide, Marco und Tina findet sich ein gemeinsames Moment: sie alle haben Berlin ihrem Herkunftsland Italien vorgezogen. Die Gründe dafür mögen so unterschiedlich sein, wie ihre Leben es sind, ihre Geschichten und ihre Persönlichkeiten. Ob es berufliche, politische oder soziale Motive sind, ob es die Liebe oder die Kunst war, oder von allem etwas: sie haben in der Migration die Möglichkeit der freien Entscheidung beansprucht - und dies schließt insbesondere auch die sexuelle Orientierung mit ein.
Mit Berlin haben sie sich für eine Stadt entschieden, in der Eigensinn und Anspruch, selbstbestimmt zu leben, ihr inzwischen stärkstes Profil darstellt. In der dabei geschaffenen Vielfalt verschiedener Lebensformen lässt sich heute keine normativ gültige mehr ausmachen. Wir sehen die fünf Protagonisten jeweils in solchen anderen Räumen; es sind lange nicht mehr die politisch hart verteidigten, es sind heute Orte, in denen sich weit selbstverständlicher erfinderisch leben und abweichen lässt. Zwar formuliert sich darin noch immer ein politischer Geist, doch er wirkt besonders im Gestus des Selbstverständlichen.
(M. Obexer)

Bio

Geboren 1967 in Bozen (I). Studiert in Venedig Architektur und besucht die Filmschule Zelig in Bozen. Zieht 1992 nach Berlin, nimmt in den darauffolgenden Jahren an verschiedenen Workshops zu den Themen Dunkelkammer und Bildjournalismus teil und arbeitet als Studioassistent. Seit 1995 arbeitet er als freier Fotograf in Deutschland und Italien: anfangs vorwiegend in den Bereichen Bühnenfotografie (TV, Theater, Tanz und Musik) und Werbefotografie tätig, verlagert sich sein Schwerpunkt auf die Porträfotografie und auf die soziale Dokumentation im Auftrag von öffentlichen und privaten Einrichtungen.
Er stellt im Rahmen von Gemeinschafts- und Einzelausstellungen aus, wie z.B. 2007 "Supercomunitari" in der Bozner Stadtgalerie: ein multimediales Projekt über Immigration. Seine Bilder erscheinen in verschiedenen Veröffentlichungen, u.a. "Menschen Unternehmen", Athesia Verlag 2008.


Luca Vecoli

Dynamik des Neuen

Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn (...)? Dieser Vers von Goethe ist für viele Deutsche eine Metapher für die Suche nach dem Unbekannten, für die Sehnsucht nach dem Neuen. Künstler versuchen immer wieder, sich aus dem schon Bekannten zu befreien, um ihre Kreativität entfalten zu können. Goethe hat sich seiner Zeit für eine Flucht nach Italien entschieden, in das Land, wo die Zitronen blühen. Viele italienische Künstler entscheiden sich heute für Berlin. Auf der Suche nach dem Unbekannten gibt es hier viele konkrete Anhaltspunkte und inspirierende Orte. Die Stadt, die lange Zeit zwischen zwei Welten, zwischen Gegenwart und Vergangenheit schwebte, macht heute in ganz besonderer Weise die Grenze zwischen der Dynamik des Neuen und dem Schon- Gesehenen sichtbar.

Bio

Geboren 1965 in Pietrasanta, ist freiberuflicher Fotograf. Er studierte Philosophie an der Universität Pisa und lebt seit dem Jahr 2000 in Berlin. Seine Fotografien werden u.a. in der Berliner Zeitung, Berliner Kurier, der FAZ und Cicero veröffentlicht. Im Jahr 2004 wird eine seiner Arbeiten von der Gesellschaft für Fotografie e.V. ausgezeichnet. 2006 zeigt die Anwaltskanzlei Jurati erstmals Luca Vecolis Bilderserie Berlin, Tiefenschärfe. Es folgen Einzelausstellungen in Seravezza (Italien) und der Cafe Aroma Photogalerie. Den Fotozyklus Fürsorge zeigt er 2010 in der Kollektivausstellung 2x7 der Ostkreuzschule für Fotografie sowie als Eröffnungsausstellung des Friedenauer Fotosalons. Gente di Fotografia veröffentlicht die Reportage. In Zusammenarbeit mit der Friedrich Ebert Stiftung arbeitet Luca Vecoli aktuell an einem Porträtband über Migranten in Berlin.

Website Luca Vecoli
www.lucavecoli.com


Website
Anna Renzo und all die Anderen. Italiani a Berlino, oggi


Website
Europäischer Monat der Fotografie Berlin 2010