
Geboren 1974 in Brünn (CZ) ist Vojtĕch Sláma mit dieser Stadt nach wie vor eng verbunden. Er entstammt einer Künstlerfamilie, besuchte die Kunstschule und studierte dann am Institut für kreative Fotografie an der Universität von Opava. Er ist Mitbegründer der Fotografengruppe Czech Parallax. Er lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in Brünn.
Vojtĕch Sláma ist ein leidenschaftlicher Reisender. Wohin immer ihn seine Reisen führen, nach Quebec, Indien oder Paris, Reisen sind für den Künstler Möglichkeiten, neue Sehweisen auf Wohlbekanntes zu gewinnen, der Routine zu entkommen und Lust an neuen Arbeiten zu gewinnen. Wolfshonig: Sláma bezeichnet Fotografie als Chronographie, seine Bilder nennt er eine Art Tagebuch, aber nicht ein Reisetagebuch, das Erinnerungen festhält, um sie vor dem Vergessen zu bewahren, seine Bilder sind unsortiert, sie halten Gefühle und Stimmungen fest, sie sind nur Hinweise.
Die Orte und Szenen sind Momente dazwischen und bekommen ihre volle Bedeutung erst in der Überlegung, was nicht passiert ist oder was passieren hätte können. Das eigentliche Geschehen ist verborgen.. Es sind Bilder eines sehr persönlichen Tagebuchs, aber durch die Reduktion auf die wesentlichen Elemente, durch das formale Arrangement des Motivs verändern sich intime Momente zu allgemeingültigen. Details wie Ort, den Zeitpunkt und auch das Geschehen kennt nur der Künstler.
Die Rolleiflex, die zweiäugige Spiegelreflexkamera 6 x 6 entsprach der Philosophie von„Parallax“ und sie ist Slámas bevorzugte Kamera bis heute. Es arbeitet intuitiv und bevorzugt die einfachsten Geräte. Seine Welt ist die Welt festgehalten im Quadrat. Slámas Bildsprache bestimmt ein raffinierter Umgang mit Linien und Formen, geprägt von klarem ästhetischen Empfinden, gemischt mit leiser Ironie.
Seit 2001 werden sein Arbeiten auch außerhalb von Tschechien gezeigt: in Wien, Bratislava, Paris, Huston/Texas, in Kiyoto/Japan.