Als zweite einer jährlich fortlaufenden Serie von Fotoausstellungen, welche sich mit dem Genre der Nachtfotografie auseinandersetzt, und die im letzten Jahr mit der Ausstellung „Nachtwandler“ begonnen wurde, eröffnet die Galerie foto-forum am 11. November die Ausstellung „Nachts“, bei der diesmal die Werke von zwei jungen Künstlerinnen präsentiert werden. Die 1969 in Tokyo geborene und in Köln lebende Akiko Sato zeigt 14 Fotoarbeiten aus der Serie “Awaiting Orders”, und Katharina Gruzei (geboren 1982 in Kärnten), zeigt 20 neue Fotoarbeiten aus der Serie „Fullmoon“, welche erstmals in der Galerie foto-forum gezeigt werden.
Steht das Tageslicht für klare und eindeutige Begriffserklärungen, wird unsere Aufmerksamkeit in der Nacht durch die eingeschränkte Sichtbarkeit von Widersprüchen gekennzeichnet: von Blindheit und gleichzeitig von neuer Einsicht, welche Verblendung und ebenso Erleuchtung bringen kann, und sowohl das Gefühl von Faszination wie auch gleichzeitig von Angst hervorrufen kann. Die Nacht bietet den Schauplatz für das Versagen rationaler Erkenntnisfähigkeit, für einen Zweifel an festgelegten Ordnungen, aber auch für eine Klärung der Probleme, die der Tag aufgeworfen hat. Die Nacht bringt das Versprechen einer Befreiung von den Gesetzen des Tages.
Im Bilderzyklus „Fullmoon“ von Katharina Gruzei geht es um Jugendliche bIm Bilderzyklus „Fullmoon“ von Katharina Gruzei geht es um Jugendei Nacht, um das Beschreiben jener Räume, welche sie sich bei Tage angeeignet haben, und welche im nächtlichen Szenario eine gänzlich andere Bedeutung erlangen. Die Künstlerin porträtiert Jugendliche an den Randzonen von städtischen oder dörflichen Wohngegenden, teils umgeben von Natur, wie wir sie in unseren städtischen Parks vorfinden, oder an Orten, wo tagsüber Alltags- oder Freizeitbeschäftigungen stattfinden. Die sie umgebenden örtlichen Situationen haben nun in der Nacht jene geschäftige Bedeutung verloren, die ihnen bei Tage zukommt. Und wir sehen im Raum befindliche Alltagsgegenstände, welche auf deren Benutzbarkeit bei Tage verweisen, und die nun nachts verlassen und zweckentfremdet scheinen.
Die Künstlerin verwendet das Mondlicht als Hauptlicht für ihre ausschließlich analog gefertigten „Lichtbilder“, wobei sie die nächtliche Lichtquelle Mond auch inhaltlich aktiv thematisiert. Durch die Langzeitbelichtung erreicht Gruzei eine Helligkeit im Dunkeln, welche die beleuchteten Objekte und Personen aus ihrem Kontext stärker und heller heraustreten lässt als bei Tage, während Hintergründe geheimnisvoll im Dunkeln versinken.
Katharina Gruzei reduziert in ihren Arbeiten das Laute, Ablenkende der alltäglichen Welt, um in der Lage zu sein, sich auf wesentliche Elemente und Einsichten zu konzentrieren.
Akiko Sato hingegen findet die Motive für ihre Fotoserie „Awaiting Orders“ in modernen Großstädten in der Zeit der Abenddämmerung, abseits des geschäftigen Treibens der Nachtschwärmer, der Bars und der nächtlichen Unterhaltungsmaschinerie. Sato sucht nach leisen Orten, nach Nicht-Orten, wo sich die Natur inmitten von Gebäuden, Mauern und Beton eingenistet hat, wild wuchernde Flächen, oder auch kleine, von Menschen angelegte und gepflegte Oasen, die in der Nacht ihre Bedeutung des Tages verloren haben, und nun wie auf neue Anweisungen zu warten scheinen.
Akiko Sato thematisiert in ihrer Arbeit sowohl die Bedeutungsformen wie auch die kulturspezifischen Erscheinungsformen von Pflanzen im städtischen Kontext. Es geht ihr um eine Recherche des Zusammenspiels von Natur und Zivilisation in einer urbanen Gesellschaft, im Spannungsfeld zwischen gepflegten, von Menschen angelegten Grünflächen und Hausgärtchen zur Verschönerung der Wohngegenden, bis hin zum freien Wildwuchs in Orten, die der Kontrolle der Zivilisation entgehen.
Wie eine Detektivin, aus versteckter Position, nähert sich Sato ihren Pflanzen, welche sie häufig aus einem extremen Blickwinkel fotografiert. Durch überhöhte, künstlich wirkende Farbkontraste und das Fokussieren des Lichtes verleiht Sato ihren nächtlichen Pflanzen eine künstliche Ästhetik und eine besondere Sinnlichkeit, holt sie aus ihrem versteckten, unsichtbaren und unscheinbaren nächtlichen Dasein und führt sie hinüber in eine irreale nächtliche Welt zwischen Traum und Wirklichkeit.
Sabine GamperSteht das Tageslicht für klare und eindeutige Begriffserklärungen, wird unsere Aufmerksamkeit in der Nacht durch die eingeschränkte Sichtbarkeit von Widersprüchen gekennzeichnet: von Blindheit und gleichzeitig von neuer Einsicht, welche Verblendung und ebenso Erleuchtung bringen kann, und sowohl das Gefühl von Faszination wie auch gleichzeitig von Angst hervorrufen kann. Die Nacht bietet den Schauplatz für das Versagen rationaler Erkenntnisfähigkeit, für einen Zweifel an festgelegten Ordnungen, aber auch für eine Klärung der Probleme, die der Tag aufgeworfen hat. Die Nacht bringt das Versprechen einer Befreiung von den Gesetzen des Tages.
Im Bilderzyklus „Fullmoon“ von Katharina Gruzei geht es um Jugendliche bIm Bilderzyklus „Fullmoon“ von Katharina Gruzei geht es um Jugendei Nacht, um das Beschreiben jener Räume, welche sie sich bei Tage angeeignet haben, und welche im nächtlichen Szenario eine gänzlich andere Bedeutung erlangen. Die Künstlerin porträtiert Jugendliche an den Randzonen von städtischen oder dörflichen Wohngegenden, teils umgeben von Natur, wie wir sie in unseren städtischen Parks vorfinden, oder an Orten, wo tagsüber Alltags- oder Freizeitbeschäftigungen stattfinden. Die sie umgebenden örtlichen Situationen haben nun in der Nacht jene geschäftige Bedeutung verloren, die ihnen bei Tage zukommt. Und wir sehen im Raum befindliche Alltagsgegenstände, welche auf deren Benutzbarkeit bei Tage verweisen, und die nun nachts verlassen und zweckentfremdet scheinen.
Die Künstlerin verwendet das Mondlicht als Hauptlicht für ihre ausschließlich analog gefertigten „Lichtbilder“, wobei sie die nächtliche Lichtquelle Mond auch inhaltlich aktiv thematisiert. Durch die Langzeitbelichtung erreicht Gruzei eine Helligkeit im Dunkeln, welche die beleuchteten Objekte und Personen aus ihrem Kontext stärker und heller heraustreten lässt als bei Tage, während Hintergründe geheimnisvoll im Dunkeln versinken.
Katharina Gruzei reduziert in ihren Arbeiten das Laute, Ablenkende der alltäglichen Welt, um in der Lage zu sein, sich auf wesentliche Elemente und Einsichten zu konzentrieren.
Akiko Sato hingegen findet die Motive für ihre Fotoserie „Awaiting Orders“ in modernen Großstädten in der Zeit der Abenddämmerung, abseits des geschäftigen Treibens der Nachtschwärmer, der Bars und der nächtlichen Unterhaltungsmaschinerie. Sato sucht nach leisen Orten, nach Nicht-Orten, wo sich die Natur inmitten von Gebäuden, Mauern und Beton eingenistet hat, wild wuchernde Flächen, oder auch kleine, von Menschen angelegte und gepflegte Oasen, die in der Nacht ihre Bedeutung des Tages verloren haben, und nun wie auf neue Anweisungen zu warten scheinen.
Akiko Sato thematisiert in ihrer Arbeit sowohl die Bedeutungsformen wie auch die kulturspezifischen Erscheinungsformen von Pflanzen im städtischen Kontext. Es geht ihr um eine Recherche des Zusammenspiels von Natur und Zivilisation in einer urbanen Gesellschaft, im Spannungsfeld zwischen gepflegten, von Menschen angelegten Grünflächen und Hausgärtchen zur Verschönerung der Wohngegenden, bis hin zum freien Wildwuchs in Orten, die der Kontrolle der Zivilisation entgehen.
Wie eine Detektivin, aus versteckter Position, nähert sich Sato ihren Pflanzen, welche sie häufig aus einem extremen Blickwinkel fotografiert. Durch überhöhte, künstlich wirkende Farbkontraste und das Fokussieren des Lichtes verleiht Sato ihren nächtlichen Pflanzen eine künstliche Ästhetik und eine besondere Sinnlichkeit, holt sie aus ihrem versteckten, unsichtbaren und unscheinbaren nächtlichen Dasein und führt sie hinüber in eine irreale nächtliche Welt zwischen Traum und Wirklichkeit.