ON VERRA BIEN

Datum: 16.01.2008 - 16.02.2008

Eröffnung: 15.01.2008 um 19 Uhr

Tokyo 1963

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an Fotografien der 2002, wenige Monate nach seinem Tod, in Stockholm (Färgfabriken) gezeigten Ausstellung des schwedischen Fotografen Christer Strömholm (1918-2002).

Seine Motive hat Strömholm aus der Welt genommen, die ihn umgeben hat, aber anstatt einfach das abzubilden, was er sah, überarbeitete er dasselbe Subjekt immer und immer wieder, vereinfachend, abstrahierend, seine Linie freigebend. Es ist, als wäre er ständig auf der Suche nach einer tiefer liegenden, ursprünglicheren Form.
Sein Oeuvre umfasst Bilder von Transsexuellen und Prostituierten, von Außenseitern und Obdachlosen, von Schriftstellern und Künstlern, von abstrakter Natur und obskuren Höhlen.
Strömholm hat die Welt mit den Augen eines Künstlers betrachtet, der die Konfrontation mit der Wirklichkeit sucht. Die Nähe zu seinem Gegenüber reklamierte er dabei als ein Grundprinzip seiner Fotografie. Er beobachtete nicht heimlich, sondern fing das Geheimnis ein, das sich seinem Blick offenbart.

„Was er macht, ist keine Bearbeitung der Wirklichkeit, vielmehr lockt er aus der Wirklichkeit das ,Über-Wirkliche‘ hervor. Er inszeniert nicht, er interpretiert nicht neu, er ist einer, der Dinge, Gegenstände, Menschen, Gesten und Blicke, die uns umgeben und die eine andere als die konventionelle Sprache sprechen, unmittelbar auffängt.“ (Peter Weiss)

1918 in Stockholm geboren, besuchte Strömholm zunächst die Kunstschule in Dresden, kehrte dann nach Schweden zurück, um dort Malerei zu studieren. Zur Fotografie gelangte er dann in Paris, wo er an der Académie des Beaux Arts studierte; die Fotografie wird sein Medium. 1949–54 ist er Mitglied der Gruppe fotoform unter der Leitung von Otto Steinert; er nimmt unter dem Pseudonym Christer Christian an verschiedenen gemeinsamen Ausstellungen teil, u. a. 1951 in Saarbrücken an der ersten Ausstellung „Subjektive Fotografie“.