
Das letzte Edelweiß
Die Suche nach Neuland für seine eigene künstlerische Ausdrucksweise im besonderen und für die Bergfotografie ganz allgemein hat die Werkreihe "Berg heil" entstehen lassen.
Ausgangspunkt war die Frage, wie sich das Gebirge, seit langem schon als Konsumgut missbraucht, verändert hat. "Die Veränderung der Gesellschaft ist ein Thema, das mich von Jahr zu Jahr immer mehr beschäftigt, um nicht zu sagen beängstigt. Was ist passiert mit den mir so 'heiligen' Bergen? Gibt es sie überhaupt noch? Oder werden Sie erdrückt von diesem Massenansturm samt Vollkasko-, Vollpension- und Vollrausch-Mentalität?"
Wiesmeier benutzt die Bildersprache der Werbefotografie, er arbeitet mit den Stilmitteln des Surrealen - "Berg heil" ist eigentlich eine Werbekampagne für die Berge und zugleich ein Fanal des fortschreitenden ökologischen und gesellschaftlichen Untergangs.
In großformatigen Farbfotografien werden alpine Klischees wie Alpenglühen, Aprés Ski, Heidi und Hüttenzauber inszeniert. Wiesmeier erzählt mit jeder Fotografie eine Geschichte, die den Mensch und dessen Umgang mit der Natur zum Thema haben.
Wiesmeier betreibt hier Satire, der Mensch kommt ziemlich schlecht weg.
„Der weiße Rausch“ lässt das Skivergnügen zu einem versoffenen Aprés-Ski-Event verkommen, die „Bergnot“ wird zu einer Allegorie auf den Vollkaskotourismus unserer Zeit – wer sich das Knie aufschlägt, braucht nur per Handy die Retter zu rufen.
Von geradezu grausamer Schönheit ist Wiesmeiers Abgesang auf das „Letzte Edelweiß“: Wie der Caterpillar-Fahrer von seinem Monstrum steigt – auch er nur ein kleines Rädchen im Getriebe der gnadenlosen Gewinnmaximierung, ein Nobody im gewaltigen Zerstörungswerk –, und wie er mit großen Händen und einem Rest an Sensibilität, die man ihm erst einmal gar nicht zutrauen möchte, das letzte Edelweiß pflückt, bevor die Stahlschaufel aus aller Natur eine üble Wüste macht...
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in Zusammenarbeit mit / in collaborazione con: AVS, Trentofilmfestival
gefördert von / con il sostegno di: Südtiroler Landesregierung, Amt für Kultur / Provincia Autonoma di Bolzano, Ufficio cultura; Stadt Bozen / Comune di Bolzano; Bundeskanzleramt Kunst