Die unendliche Reise

Datum: 21.11.2006 - 16.12.2006

Eröffnung:










Landschaften sind das Thema von Anna Halm Schudel. Ästhetisch einwandfrei präsentieren sie sich in verlockenden Farben. Lieblich? Nein, das wäre vollkommen falsch gesagt. Prägnant und konsequent, aber dennoch Raum lassend für Traum und Phantasie.

Die „unendliche Reise“ ist Reisefotografie, deren Sujet nicht das Spektakuläre und Sensationelle, sondern das Beiläufige, Alltägliche ist.

Die Bilder entstehen auf Autoreisen, während der Fahrt, aus dem Auto heraus, durch die Fensterscheibe hindurch. Auf Reisen, die die Fotokünstlerin zu unterschiedlichen Ausstellungsorten unternimmt, oder die sie zu einem Ferienziel bringen.

Das Vorüberziehende, Momentane ist das, was Anna Halm Schudel einfangen will. Nie kehrt sie um oder hält an, um ein besseres Bild zu machen. Die Bilder werden eingefangen, um sie im selben Moment wieder loszulassen, Bilder werden aufgezeichnet, aber das, was bleibt, ist unscharf und verschwommen.

Es sind „bewegte“ Bilder, die wie Gemälde wirken, das Vertikale bestimmt die Richtung, der Topos des Vorüberziehens/-ziehenden gewinnt an Bedeutung.

Unzählige Landschafts-, ja, man könnte sie sogar Stimmungsbilder nennen, denen ein mystischer Zauber, eine abgehobene Ruhe innewohnt, entstehen während Anna Halm Schudels unendlicher Reise, um dann, zu Hause, eine Auswahl zu treffen und mittels digitaler Techniken zu bearbeiten. Wieder wird der Moment losgelassen, das Spontane aufgehoben.

Die Distanz zur Natur, die sich der postmoderne Mensch geschaffen hat, wird in diesen Bildern deutlich. Die Methode, die Anna Halm Schudel anwendet, wiederholt diese Distanz: Sie bewegt sich auf asphaltierten Autobahnen, die die Landschaft durchschneiden und sie fotografiert aus einer trennenden Hülse heraus - draußen ist die nicht greifbare Natur.