Mario Rigoni Stern
© Adriano Tomba
Die Ausstellung findet im Rahmen der Internationalen Bergbuchausstellung statt.
Trento Film Festival della Montagna 2010
Montagna Libri 2010
Bozen, Waltherplatz
17. - 26.09.2010. Eröffnung am 16.09.2010, 18.00 Uhr
Adriano Tomba
LE NEVI di Mario Rigoni Stern
Der Alpinist und Fotograf Adriano Tomba auf den Spuren des Schriftstellers und Freundes Mario Rigoni Stern.
22.09.2010 - 16.10.2010
“Ich bin an der Schwelle zum Winter geboren worden, in den Bergen.
Der Schnee hat mein Leben immer begleitet”.
(aus Le stagioni von Mario Rigoni Stern, Einaudi 2006)
Diese Ausstellung Le Nevi di Mario Rigoni Stern findet ihren Ursprung einerseits in dem einmaligen Bezug, den der Schriftsteller Mario Rigoni Stern zu allen Arten von Schnee hatte: Schnee der Kindheit, Schnee des Krieges, Schnee der langen Winter seiner Heimat; andererseits in der ganz besonderen Fähigkeit des Fotografen aus Valdagno den Schnee und die Berge zu deuten.
Der Fotograf Adriano Tomba erinnert sich: In den langen Gesprächen, die ich mit Mario Rigoni Stern führte, sprachen wir oft über Landschaftsfotografie, über seine Vorliebe für Schwarz-Weiß-Fotografie und über seine Bewunderung für die Arbeiten des Fotografs Eugenio Turri. Und man sprach immer über den Schnee, der schon da war oder der noch kommen musste. Nach einigen Jahren findet nun diese Idee einen konkreten Ausdruck in den Fotografien, die hier - gemeinsam mit anderen Wergen - gezeigt werde, um dem großen Dichter zu gedenken.
Giuseppe Garimoldi, Direktor der Reihe I fotografi della montagna (Priuli e Verlucca Editori, Ivrea) sagt über die Arbeiten des Fotografen Adriano Tomba: Seine Fotos erzählen die unglaubliche Vielfalt der Berge. Mit der Aufmerksamkeit eines Liebenden offenbart er sowohl die Spuren der Leiden, welche ihre Entstehung im Angesicht der Berge hinterlassen hat, als auch die Schönheit ihres grenzenlosen Horizonts. Er erzählt die Poesie des Schnees und den Reichtum der Natur. Er verweilt bei den Bergen der Hirten genauso wie bei denen der Alpinisten, bei den Eingriffen des Menschen genauso wie bei den jahrtausendealten Gebilden.
In dieser Arbeit, Nevi di Mario Rigoni Stern, die dem Andenken an den 2008 verstorbenen Schriftsteller aus Asiago gewidmet ist, kommt die Lektion von Herbert List besonders gut zum Ausdruck, der so seine Auffassung von Fotografie beschrieben hat: …Die Fotografie ist die Kunst der Reduktion. Sie zieht das Detail dem Ganzen vor, die klare, umrissene Form dem Wirrwarr des Vollständigen, das Symbol der Beschreibung einer Situation oder Aktion. Weniger ist fast immer mehr.
Giuseppe Mendicino schreibt im Vorwort zur Ausstellung: In dieser figurativen und gleichzeitig abstrakten Fotografie gibt es keine Vorliebe für die weiten, verschneiten Landschaften des Hochgebirges oder die im Eis gefangenen Pflanzen. Auch nicht zwischen den eleganten Schneelandschaften des Hochwinters und den fleckigen Winterlandschaften im Frühjahr. Für den Fotografen hat alles die gleiche Bedeutung. Alles erzähl vom wunderbaren und immerwährenden Schauspiel der Natur und vom Glück des Fotografen. Einem Glücksgefühl, das allen offen steht, die sich mit der gleichen stummen Ehrfurcht der Natur nähern.
Die Ausstellung wird durch seltene italienische und ausländische Ausgaben der Werke von Mario Rigoni Stern und durch einige Kunstbücher ergänzt. Alle Werke stammen aus dem Nachlass der Schriftstellers und sind von Giuseppe Mendicino bereit gestellt worden, der den Autor in seinen letzten Jahren begleitet hat. Das Museum Augusto Murer aus Falcade (Bl) zeigt sein Video Ciao sergente!
Die Ausstellung Le Nevi di Mario Rigoni Stern wird am 21. September um 19.00 Uhr in der Galerie FotoForum in Bozen eröffnet. Anwesend sind Augusto Golin (Beauftragter des Vorstands und Verantwortlicher für das Programm des TrentoFilmFestival) und der Fotograf Adriano Tomba.
Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftsprojekt von: TrentoFilmFestival, AVS, Galerie Foto-Forum Bozen, der Stadt Valdagno, dem Museo Murer / Verein Erma und dem Lions Club Valle dell’Agno.
Gefördert von: AVS, Südtiroler Landesregierung, Amt für Kultur / Provincia Autonoma di Bolzano, Ufficio cultura; Stadt Bozen / Comune di Bolzano; Bundeskanzleramt Kunst; ITAS Versicherungsgruppe Trient
Adriano Tomba wurde 1945 in Valdagno (Vicenza) geboren, wo er heute noch lebt und arbeitet.
1982 beginnt er seine fotografische Tätigkeit und widmet besondere Aufmerksamkeit den kleinen Dolomiten an der Grenze zwischen Venetien und dem Trentino.
Er befasst sich in erster Linie mit Bergfotografie.
Von 1994 bis 1998 arbeitet er mit der Scuola di Fotografia Alpina von Prof. Angelo Schwarz zusammen und koordiniert zwei Jahre lang das Programm Montagna & fotografia im Fassatal. Es entsteht die Ausstellung Nuove fotografie della Val di Fassa.
Von 1999 bis 2004 fotografiert er, auf den Spuren von Julius Payer, Douglas William Freshfield und den großen Fotografen des XIX Jahrhunderts Giovan Battista Unterveger, Vittorio Sella und Giuseppe Garbari, die Adamello-Presanella-Gruppe.
2004 veröffentlicht er Anatomia di montagne mit Beiträgen von Italo Zannier und Bepi De Marzi.
2008 nimmt er an der Ausstellung Passaggi a Nord Est teil.
Ausstellungen der Fotos aus der Ademello- Presanella-Reihe im FotoFourm Bozen und im Kunstraum Café Mitterhofer in Innichen.
2009 Ausstellungen in der Galleria Lanterna Magica von Palermo und im Palazzo Crepadona von Belluno.
Im Herbst erscheint das Buch Raccontare la montagna mit einem Text von Italo Zandonella Callegher.
Mario Rigoni Stern (Asiago 1921-2008) gehört zu den bedeutenden italienischen Schriftstellern der Nachkriegszeit. 1953 erscheint sein Il sergente nella neve (Alpini im russischen Schnee, Heidelberg 1954; Geblendet und betrogen, Berlin 2005), eine Erzählung über den Rückzug aus dem Russlandfeldzug. In deutscher Sprache sind auch Tönle (Stuttgart, 1988) und Füchse unter Sternen (Zürich, 1964) erschienen.
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