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Claudia Corrent. Mutter werden. Wunschzettel... Ein Häuschen in Finnland

Claudia Corrent, “Mutter werden. Wunschzettel. Ein Häuschen in ...

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Claudia Corrent

Mutter werden. Wunschzettel ... Ein Häuschen in Finnland

Claudia Corrent

Datum: 23.05.2012 - 16.06.2012

Eröffnung: 22.05.2012 um 19 Uhr

Cora & Petra
Martina & Simona
Francesca & Laura
Valentina


Eröffnung: Dienstag, 22. Mai 2012, 19.00 Uhr.

Einführung: Renato Troncon (Universität vonTrient)



Auf dem Küchentisch sitzend, von Mutters Arm umzingelt, schreit ein Baby. Dies ist das Aushängebild der Ausstellung „Mutter werden. Wunschzettel ... Ein Häuschen in Finnland“ von Claudia Corrent, die am 22. Mai in den Räumen der Galerie foto-forum von Bozen eröffnet wird.

30 Farbfotografien im Format 50 x 90, welche zum ersten Mal dem Publikum präsentiert werden und eine Auswahl aus zwei Projekten der Bozner Fotografin darstellen, die unterschiedliche Lebensabschnitte aufarbeiten: Die Kindheit und Jugend im Projekt „Wunschzettel ... Ein Häuschen in Finnland“, die Mutterschaft im Projekt „Mutter werden“.

Das letztere Projekt, entstanden 2010, erwächst aus dem persönlichen Interesse der Fotografin das Leben als junge Mutter zu dokumentieren und zu erforschen. Es ist ein “work in progress”, eine Art Tagebuch. Corrent begleitet fünf junge Mütter mit ihren Kindern im Alltag: Chiara mit der kleinen Lena, Francesca mit Laura, Elisabetta mit Arianna und Sara, Martina mit dem kleinen Simone, Cora mit der lockigen Petra. Seit letzten März sind noch zwei ausländische Mütter dazugekommen, Muniba aus Pakistan und die Russin Olga. Die Bilder erzählen Alltagssituationen: In der Intimität der Wohnung, im Park, in der Stadt. Augenblicke der Liebe, der Freude, aber auch der Mühe, der Anstrengung: Das Schieben des Kinderwagens, die Krisenmomente. In den Bildern kommen nicht nur Mutter und Kind als Paar, sondern manchmal auch die Mütter alleine vor; müde auf den Sofa liegend oder allein, nachdenklich im Raum.

„Eine mühsame und symbolische Beziehung, die sich mit der Zeit ergibt“, so bezeichnet Claudia Corrent in ihrer Arbeit die Mutterschaft. In einer Zeit in der das Bild von der Mutterschaft in der Öffentlichkeit hin und her gerissen ist zwischen der lachenden und perfekten Mutter als Werbeikone und den oft verzweifelnden Leserbriefrubriken der Frauenzeitschriften, die zu ganzen „Save the Parents“-Bücherreihen führen, bringen uns die Aufnahmen von Claudia Corrent wieder in die Normalität eines Lebens mit einem kleinen Kind zurück.

Die Gesichter, die Grimassen, die Gedanken, das Lachen von Cora, Chiara, Petra, Lena und den anderen übertreffen in ihrer Authentizität jedes Idealbild von Erziehung. Ausgereifte, harmonische, aber nie gestellte, strenge Bilder, erzählen mit verblüffender Einfachheit die entscheidenden Momente der Mutterschaft im Leben jeder Frau.

Wunschzettel. Von der Mutterschaft zur Jugend.
Der zweite Teil der Ausstellung erzählt die Wünsche einer Gruppe von Jugendlichen zwischen 14 und 19 Jahren, welche die italienische Berufsschule Luigi Einaudi in Bozen besuchen. Unter ihnen sind auch mehrere Ausländer, aus Makedonien, Pakistan, Serbien usw. Corrent hat die Schüler und Schülerinnen, welche eine Ausbildung zum/r Grafiker/in, Automechaniker/in oder Schönheitspfleger/in machen, gebeten, sich vorzustellen und auf einem Zettel ihre Wünsche, Leidenschaften und Hobbys aufzuschreiben.

Es sind so zweiteilige Fotowerke entstanden. Die eine Hälfte der Fotos zeigt das Portrait der Schüler oder Schülerinnen und die andere Hälfte den Zettel, auf dem ihre Wünsche stehen: Vom einfachen Wunsch nach beruflichen Erfolg („mein Traum ist es, ein guter Automechaniker zu werden“) bis hin zur brillanten Karriere als Sänger und Breakdancer, vom verständlichen Anspruch auf Freiheit und Glück („ich möchte mein eigenes Leben gestalten“) bis hin zum Häuschen in Finnland.

Die Portraits der Jugendlichen sind in Serie, in halbnaher Einstellung, klar und in zurückhaltend Manier, alle vor der gleichen grauen Mauer entstanden. Bei jedem kommt aber seine Persönlichkeit durch. Teilweise sind sie schüchtern – ein angedeutetes Lächeln, ein gesenkter Blick, teilweise mutiger, den Blick direkt in die Kamera gerichtet.

Auch diese Arbeit ist aus einem dokumentarischen Interesse entstanden. Mit dem Trick der Wunschzettel erforscht Corrent einen Lebensabschnitt in dem noch alles möglich scheint. Die Portraits zeigen Stefan, Jeffrey, Alexa und die anderen, die Geschichten könnten aber auch von anderen Jugendlichen (oder auch Erwachsenen) sein.



Claudia Corrent ist 1980 in Bozen geboren, wo sie lebt und arbeitet. 2007 hat sie an der Freien Universität Bozen bei Francesco Jodice den Kurs „Visual Urban Anthropologye” besucht. Zurzeit studiert sie Philosophie in Trient und unterrichtet Fotografie bei verschiedenen Weiterbildungseinrichtungen.